Die Wirtschaft in Athen

Dr Stadtstaat in Athen im 5. Jahrhundert vor u.u.Z. Die Karte zeigt einige der zum Stadtstaat gehörenden Orte und die wichtigsten Verbindungswege
entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982

Welchen Stand hatte die Wirtschaft um 450 v.u. Z. erreicht?

Der Stadtstaat Athen umfasste zu dieser Zeit nicht nur die Stadt Athen selbst. Die ganze Halbinsel Attika gehörte zu ihm. Das war für die Wirtschaft in Athen wichtig.

Landwirtschaft und Handwerk

In Attika gab es wie in vielen anderen Gebieten Griechenlands wenig geeigneten Ackerboden. An den Berghängen weideten Ziegen und Schafe. Auf angelegten Terrassen wurden Wein und Oliven angebaut. In kleinen Ebenen zwischen den Bergketten gediehen Gerste, Hirse und Weizen. Geräte aus Eisen machten eine verbesserte Bodenbearbeitung möglich. Trotzdem reichte das Brotgetreide nicht für die Bevölkerung. Athen musste Getreide einführen. Die Ausfuhr von Korn war bei Todesstrafe verboten.

Attika aber barg wichtige Bodenschätze. Die Tonlagerstätten und Silbererzvorkommen waren wie die Eisenerze in den angrenzenden Gebieten die Grundlage des Athener Handwerks. Die Töpfer zum Beispiel bevölkerten einen ganzen Stadtteil. Sie erreichten eine hohe Meisterschaft in der Anfertigung von Gefäßen, Vasen und Schalen. Die neuen Töpferscheiben, auf denen die Gefäße entstanden, wurden mit den Füßen angetrieben. Früher musste ein Helfer die Scheibe drehen. Jetzt konnte dies selbst Töpferarbeiten ausführen. Das Bemalen und das Brennen der Töpfereierzeugnisse erforderten unterschiedliche Verfahren und größte Geschicklichkeit. Deshalb stellten die einzelnen Töpfer in ihren Werkstätten nur bestimmte Produkte her, sie spezialisierten sich. So entstanden viel mehr Gefäße als bei den herkömmlichen Produktionsinstrumenten und Arbeitsmethoden. Auch in anderen Zweigen zeigte sich ein höherer Entwicklungsstand gegenüber dem Handwerk in der ersten Klassengesellschaft im Alten Orient.

Die Eisen- und Silbererze, die in den attischen Bergen gefördert wurden, bildeten eine Voraussetzung für das aufblühende Schmiedehandwerk. Es erzeugte gute Messer, Schwerter Rüstungen und prächtige Schmuckgegenstände, da in den Gießereiwerkstätten Athens die Gießverfahren vervollkommnet wurden. Außerdem entstanden kunstvolle Formen. Auch im Schmiedehandwerk setzte sich die Spezialisierung durch. Es gab Waffen-, Nagel-, und Goldschmiede. Andere Schmiede stellten Pflugschare, Beile und sonstige Werkzeuge her. Jeder sammelte durch die Spezialisierung besondere Produktionserfahrungen und verwendete besondere Werkzeuge. Seine Produkte entstanden schneller und waren zugleich besser.

Neben den Töpfern und Schmiden gab es Schuster, Tuch- und Kleiderfabrikanten, Sattler, Gerber, Holz- und Elfenbeinschnitzer, Tischler und Zimmerleute. Das Handwerk war der Hauptproduktionszweig in Athen. Durch den Einsatz neuer Produktionsinstrumente und die starke Spezialisierung konnte die Arbeitsproduktivität gesteigert werden.

Auf einem Wasserkrug hat ein Maler die Arbeiten in einer Töpferwerkstatt dargestellt. Obwohl kleine Teile der Darstellung fehlen, erkennt man, dass jeder in der Werkstatt bestimmte Arbeiten übernahm. Töpfererde wurde herbeigebracht. Auf der Töpferscheibe formte der Handwerker das Gefäß, ein kleiner Gehilfe unterstützte ihn. Ein anderer setzte Henkel an. Der Krug wurde zum Brennofen gebracht und gebrannt. Die Arbeitenden waren nackt oder nur halb bekleidet.
Darstellung einer Töpferei
Vase aus Attika, 6. Jahrhundert v.u.Z.
Darstellung einer Schmiede auf einer Vase. Im Hintergrund sind wichtige Produkte des Schmiedehandwerks zu sehen
Bilder entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982

Handel

Die athenischen Handwerker verkauften ihre Waren meistens nicht selbst. Dafür fehlte ihnen oft die erforderliche Zeit. Deshalb gaben sie ihre Waren an Händler weiter.

Hauptmarkttag war in Athen der erste Tag eines jeden Monats. In buntem Gewimmel standen hier die Buden, Zelte und Tische der Händler, dazu die von fremden Bauern, Fischern und Handwerkern, die ihre selbsterzeugten Produkte zu verkaufen suchten. Jeder Verkäufer musste ein Hundertstel des Preises seiner Waren als Marktsteuer an die Stadtkasse entrichten.

Das Angebot auf dem Markt umfasste Rinderhäute, Elfenbein und Teppiche aus Nordafrika, gesalzene und geräucherte Makrelen und Thunfische vom Schwarzen Meer, Papyrus und Segeltuch aus Ägypten, Kastanien und Mandeln aus Kleinasien, Datteln und feines Weizenmehl aus Phönikien, Talg und Schweine aus Sizilien, Wein und getrocknete Feigen von den Inseln des Ägäischen Meeres, Bernstein aus Nordeuropa und Pfeffer aus Indien.  Jeder Händler bot ganz bestimmte Waren an. Auch im Handel setzte sich die Spezialisierung durch.

Einen wichtigen Wirtschaftszweig Athens stellte der Seehandel dar. Er wurde dadurch begünstigt, dass Attika gute Häfen besaß. Von Athen nur sechs Kilometer entfernt, wurde Piräus der größte Handelshafen.

Der immer stärkere Handel erforderte ein vereinfachtes Austauschverfahren. Im Alten Orient und auch in Griechenland war bisher Produkt gegen Produkt getauscht worden. Allmählich wurde das Silber Wertmesser für alle Produkte. Eine Ware wurde gegen Silber verkauft oder mit Silber bezahlt. Das Silber wurde schließlich vom Staat gestempelt. Dadurch erhielt jedes Stück Silber einen ganz bestimmten Wert. Das waren Münzen. So wurde eine Ware, das Silber, allgemeines Austauschmittel. Dieses nennen wir Geld.

Die abgebildete Münze hatte über die Grenzen des Athener Staates hinaus Gültigkeit. Die Eule war ein heiliges Tier der Göttin Athene. Es sollte sie als Göttin der Weisheit kennzeichnen
entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982

An der Entwicklung des Athener Seehandels wird besonders deutlich, wie Leistungen in der Wirtschaft und Ergebnisse in den Wissenschaften miteinander zusammenhingen. Die Athener Handelsschiffe rüstete man mit Segeln aus. Je genauer die Berechnungen der Mathematiker über ihre Tragfähigkeit und die Form der Schiffe wurden, um so kürzere Fahrtzeiten konnten erreicht werden. Um 450 v.u. Z. brauchte ein normales Handelsschiff von Piräus bis Ägypten ungefähr 7,5 Tage, nach Byzantion 4,5 Tage. Sich verkürzende Fahrtzeiten machten möglich, dass jedes Schiff in einem Jahr mehr Fahrten durchführte, als früher. Es transportierte dadurch mehr Waren nach Athen und von dort in fremde Länder.

Piräus entwickelte sich zum Mittelpunkt des Seehandels im östlichen Mittelmeer. Deshalb schützten die Athener den Hafen und die Straße bis nach Athen durch hohe Festungsmauern.

im Hafen von Piräus
entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

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