Die Entstehung des Feudalismus in Byzanz und im arabischen Kalifat

Nicht nur in West- Und Mitteleuropa entstand der Feudalismus. Auch in Byzanz, im Nahen Osten und in Nordafrika geschah dies

Auf dem Gebiet von Byzanz befinden sich heute mehrere Staaten, darunter Griechenland und die Türkei

Auch bei den slawischen Völkern, die vorübergehend sozialistische Länder waren, entwickelte sich der Feudalismus. So gab es den mächtigen Feudalstaat der Kiewer Rus und weitere Feudalstaaten auf dem Gebiet des heutigen Polen und von Tschechien und der Slowakei. Noch viel früher hatte sich der Feudalismus in China und Indien durchgesetzt.

  • Beachte, dass die Herausbildung des Feudalismus ein welthistorischer Prozess gewesen ist, eine Entwicklung, die sich in der Geschichte vieler Völker in allen Teilen der Erde vollzog!
  • Beachte weiterhin, dass der Feudalismus bei den verschiedenen Völkern viele gleiche Merkmale, aber auch Unterschiede hatte!
  • Du wirst erfahren, dass die Völker, über die berichtet wird, in dieser Zeit weiterentwickelt waren als die Völker West- und Mitteleuropas, und dass sie einen sehr großen Beitrag zur Weltkultur leisteten.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Überblick über die Staaten um 200

In Europa und Asien war das Jahr 200 der Übergang zum Feudalismus in Vollem Gange. Aber diese Umwälzung vollzog sich in unterschiedlichem Tempo. Im Römischen Reich hatte dieser Übergang im 2. Jahrhundert gerade begonnen, in China (Han-Reich) war er schon abgeschlossen.

Sasanidische Silbervase
Bildquelle: Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

Im Römischen Reich verlor die Sklaverei an Bedeutung. In anderen Staaten auf der Welt (vergl. Weltkarte in diesem Beitrag) bestanden erste Klassengesellschaften. In diesen Staaten war die Sklaverei nicht die Grundlage der Gesellschaft. Es gab Sklaven, aber im wichtigsten Wirtschaftszweig, in der Landwirtschaft, war die Sklaverei in diesen Staaten nicht vorherrschend. Hier blieb die Arbeit der Dorfgemeinschaften grundlegend für die landwirtschaftliche Produktion. Deshalb vollzog sich in diesen Ländern auch der Übergang zur Feudalgesellschaft anders als im Römischen Reich. Aus der Zersetzung der Dorfgemeinschaften entwickelte sich der feudale Grundbesitz.

Zentraltempel des meroistischen Pilgerzentrums in Musawwarat es Sudra (in der heutigen Republik Sudan)
Bildquelle: Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

Östlicher Nachbar des Römischen Reiches war das Parther-Reich. Dieses ging im Jahre 226 unter und wurde vom Reich der Sasaniden abgelöst. Freie Bauern gerieten hier in wirtschaftliche Abhängigkeit von Grundherren, die Bauern und Handwerker wurden hoch besteuert. Ehemalige Sklaven wurden Pächter von Landparzellen.

Das Kushanreich hatte sich Nordindien eingegliedert und war auf der Höhe seiner Macht. Im übrigen Indien existierten weiter verschiedene Staaten.

Das chinesische Han-Reich brach im Jahre 220 nach langen inneren Kämpfen und Aufständen zusammen. Besonderen Anteil hatte daran ein großer Bauernaufstand, der zwar niedergeschlagen wurde, aber doch zur Zerrüttung der inneren Verhältnisse beitrug.

Auch in Japan und Korea und in Hinterindien kam es zur Herausbildung der ersten Staaten. In Afrikaexistierten erste Staaten im Nordosten des Erdteils, z.B. der Staat Meroe. In allen anderen Gebieten Afrikas und in ganz Amerika bestand weiterhin die Urgesellschaft.

Die Welt um 200
Bildquelle: Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR